Dienstag, 5. Mai 2020

Impfen – Angst vor was?


Es gibt die Impfbefürworter, die Impfkritischen und die Impfgegner. Wobei, in der öffentlichen Wahrnehmung gibt es bei dem Thema nur Befürworter und Gegner, also schwarz und weiß. Impfkritische, also die (nicht das) Grauen, werden regelmäßig und gerne in die Schublade der Impfgegner gesteckt.

Der sachlichen Argumente sind genug ausgetauscht, will man dazu mehr wissen, hilft Ecosia weiter.
Die ganze Diskussion ist mittlerweile ins Unsachliche abgerutscht. Da wird eine Herdenimmunität (Menschen als Herde – nun ja) ins Spiel gebracht, und wer sich nicht impfen lässt, wird von einer medial bekannten Rotnase mit „Wer sich nicht impfen lässt, ist ein asozialer Trittbrettfahrer.“ beschimpft. Überzeugung durch Diffamierung. Nein, Hirschhausen, Du bist raus.

Aus dem Satz kann man aber auch herauslesen, dass die anderen, also die Geimpften, für die „Fahrt“ bezahlt haben, sonst gäb’s ja keine Trittbrettfahrer. Die Frage ist, in welcher Währung. Gibt es also doch einen sauren Apfel, in den man bei einer Impfung beißen muss, also die Impfschäden.
Die andere Seite, die Impfgegner, fühlt sich provoziert und kommt ohnmächtig mit Studien, die man leicht widerlegen kann, wie die mit dem Autismusverdacht. Auch nicht gut. Aber vielleicht weiß man in zwanzig Jahren mehr, die Autismusforschung ist ja sehr in Bewegung.

Was beide Seiten hier antreibt, ist Angst, aber aus verschiedenen Beweggründen. Deshalb ist die Debatte auch so hitzig und emotional.

Zum einen treibt uns der Wunsch nach Unsterblichkeit um.
(Nix da. Merke: Es kann nur Einen geben! 😉)
Diesem Trugbild laufen wir mit Eifer nach, ob aus Angst vor dem Sterben oder dem Tod oder dem Danach sei dahingestellt, dann soll uns aber auch bitte, bitte ein Virus nicht vorzeitig dahinraffen. Wenn jetzt jemand kommt und uns Hilfe und Schutz vor dieser Krankheit verspricht, folgen wir ihm gerne und dankbar. Dann verlangen wir aber, wenn wir schon einen Preis zahlen (Impfschäden - s.o.), dass alle mitmachen müssen. Mitgefangen, mitgehangen.

Für die anderen, die vielleicht auch der Unsterblichkeit nachhängen, wer weiß, gibt es die Angst vor dem Unbekannten, dem möglichen Risiko und der Ohnmacht, wenn einem das Recht genommen wird, über seine Gesundheit und den Maßnahmen dazu eigenverantwortlich entscheiden zu können. Siehe Impflicht bei Masern.

Gut würde ich finden, wenn die Medizin sagen würde: „Liebe Patienten (= Kunden), wir haben einen Stoff gegen die Krankheit und wir haben uns Mühe gegeben, ihn zu entwickeln und zu testen. Wir sind nicht sicher, wie wirksam er ist und, wie bei jedem Medikament, kann es auch Probleme geben. Entscheidet daher bitte selbst, ob Ihr die Hilfestellung annehmen wollt oder nicht.“

Einen einzigen Impfstoff, der bei allen wirkt und gut für alle ist, kann’s sowieso nicht geben, das beweist jeder Beipackzettel einer Medikamentenpackung.

Es gibt dann noch die Abwägungsfrage.
Der Nutzen einer Impfung für die Gesamtbevölkerung ist – wie man beim aktuellen Fall Corona hofft – größer als der Schaden durch die Impfung. Man opfert quasi eine Minderheit, die Menschen mit Impfschäden, für das Gemeinwohl.

Beim Lockdown demgegenüber wird heute die Gesamtbevölkerung eingesperrt und alle hoffen, dadurch auch die Risikogruppen retten zu können, koste es, was es wolle.

Erst den Lockdown befürworten und dann die Impfpflicht fordern – das ist weder konsequent noch nachvollziehbar gedacht. Auch wenn es den Impfstoff noch gar nicht gibt.