Die aktuelle Situation, dass alle zuhause bleiben sollen,
hat auch seine guten Seiten. Die Straßen sind weitgehend leer, beim Einkaufen
findet man leichter einen Parkplatz, die Luft ist subjektiv besser, Besuch
bleibt aus, es ist einfach ruhiger. Die Natur freut sich sicherlich, dass
weniger Schadstoffe entstehen und die Kondensstreifen fehlen am Himmel. Und
natürlich retten wir Menschenleben, indem wir den Kontakt einschränken und es somit
kleinsten Teilchen erschweren, von einem zum anderen überzugehen.
Der Preis, den wir dafür bezahlen, besteht aus der
veränderten wirtschaftlichen Situation, sozialen Problemen, Menschen, die unter
den Einschränkungen leiden bis hin zum Tod, und anderen, denen die Hilfe und
Anteilnahme verweigert wird, weil wir uns nur auf eine Gefahr konzentrieren. Wir
belauern uns, ob auch jeder die Anweisungen befolgt. Die Stimmung ist gedrückt.
Kurz gesagt, wir bringen unser ganzes Gefüge durcheinander.
Auf den großen Medienkanälen erfolgt
Hofberichterstattung. Die immergleichen Gesichter erzählen uns die
immergleichen Geschichten, dass wir noch viele Jahre mit der Gefahr leben
müssen und jede Öffnung hin zur Normalität, die man raffinierterweise als „Lockerung“
verkauft, also quasi als Belohnung, bringe uns wieder in Gefahr. Die positiven
Seiten der angestrebten Normalität werden, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt.
Die Influenza ist ähnlich und auch gefährlich, bei den
reinen Zahlen spielt diese aber in einer anderen Liga. Deshalb ist das Handeln
in der aktuellen Situation irgendwie ein Schlag ins Gesicht derer und deren
Angehörigen, die in den letzten Jahren an der Influenza gestorben sind und für
die wir uns nicht so eingeschränkt haben. Diese Gefahr wird uns auch nicht als so
gravierend verkauft.
Heute feiern wir jeden Coronatoten, veröffentlichen Bilder
von intensivbehandelten Menschen und von Särgen, weil es in die Strategie der Hofberichterstattung
und der Profiteure der Angst passt.
Die Angst geht um und soll auch weiter umgehen, die Ethik bleibt
auf der Strecke, so kann man leichter Einzelinteressen durchsetzen, seien es die
von Wissenschaftlern, Ökonomen, Medien oder Politikern. Menschlich, ökonomisch und
karrieretechnisch verständlich, aber zu Lasten der Gemeinschaft, die man ja
vorgibt, schützen zu wollen.
Es gibt Menschen, auch mit Augen im Kopp und mit Hirn, die
Lesen, Schreiben, analysieren und schlussfolgern können, wie alle anderen auch,
die zu einer anderen Bewertung der aktuellen Situation kommen. Diese Menschen, normalerweise
wie alle anderen geschätzter und integraler Bestandteil in unserem Leben, werden
auf einmal als Verschwörungstheoretiker und „vom rechten Rand“ oder „links
außen“ eingeschätzt und präsentiert, weil sie nicht in die Hofberichterstattung
und in die Durchsetzung der eigenen Interessen passen und man versucht sie
auszugrenzen, um es freundlich zu formulieren.
Irgendwann, wenn die aktuelle Situation und deren Folgen
repariert sind und Normalität eingekehrt ist, können wir dann auch wieder
lernen, normal, anständig und vernünftig miteinander umzugehen. Je länger es
bis dahin dauert, umso tiefer werden die Gräben sein, umso größer der
angerichtete Schaden.
Das Irgendwann muss heute sein.